Sophia Lindholm | Zigaretten werden teurer: Das ist bis 2030 geplant | Lesedauer ca. 14 Min.
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Inhaltsverzeichnis
- Werden Zigaretten bereits 2026 teurer?
- Ab wann werden Zigaretten wieder teurer?
- Wie teuer könnten Zigaretten bis 2030 werden?
- Warum sind Zigaretten so teuer?
- Warum soll die Tabaksteuer stärker steigen?
- Wie hat sich der Zigarettenkonsum in Deutschland entwickelt?
- Wird auch Drehtabak teurer?
- Werden auch Zigarren, Zigarillos und Pfeifentabak teurer?
- Werden E-Zigaretten und Liquids ebenfalls teurer?
- Lohnt sich ein Vorratskauf vor der Steuererhöhung?
- Sind Zigaretten online günstiger?
- Sind die neuen Preise schon beschlossen?
- Fazit: Zigaretten könnten bis 2030 deutlich teurer werden
- Häufige Fragen zur geplanten Preiserhöhung
- Quellen und Stand der Recherche
Zigaretten werden in Deutschland voraussichtlich deutlich teurer. Die Bundesregierung hatte bereits eine stufenweise Erhöhung der Tabaksteuer vorgesehen. Im Juli 2026 verständigten sich die Koalitionsfraktionen nach übereinstimmenden Medienberichten darauf, die im Regierungsentwurf enthaltenen Steuertarife noch einmal anzuheben.
Nach den derzeit veröffentlichten Berechnungen könnte eine Packung mit 20 Zigaretten im Jahr 2027 durchschnittlich rund 9,10 Euro kosten. Bis 2030 könnte der Durchschnittspreis auf 11,78 Euro steigen. Auch Feinschnitt, Zigarren, Zigarillos, Pfeifen- und Wasserpfeifentabak sowie Produkte für E-Zigaretten sollen von höheren Steuersätzen betroffen sein.
Die genannten Beträge sind allerdings noch keine festgeschriebenen Ladenpreise. Sie beruhen auf den aktuellen politischen Plänen und den daraus abgeleiteten Berechnungen. Wie viel eine bestimmte Packung später tatsächlich kostet, hängt auch von der Preisgestaltung des jeweiligen Herstellers ab.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Bundesregierung plant weitere Erhöhungen der Tabaksteuer.
- Die Koalitionsfraktionen wollen die ursprünglich vorgesehenen Steuertarife offenbar zusätzlich anheben.
- Eine Packung mit 20 Zigaretten könnte 2027 durchschnittlich rund 9,10 Euro kosten.
- Bis 2030 wird derzeit mit einem möglichen Durchschnittspreis von 11,78 Euro gerechnet.
- Auch Feinschnitt und weitere Tabak- und Nikotinprodukte sollen stärker besteuert werden.
- Die endgültigen Preise stehen erst nach Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens und den Preisentscheidungen der Hersteller fest.
Werden Zigaretten bereits 2026 teurer?
Die Tabaksteuer auf Zigaretten wurde zum 1. Januar 2026 bereits erhöht. Grundlage dafür ist das 2021 verabschiedete Tabaksteuermodernisierungsgesetz. Dieses sah mehrere Erhöhungsstufen für die Jahre 2022 bis 2026 vor.
Seit dem 1. Januar 2026 setzt sich der reguläre Steuertarif für Zigaretten grundsätzlich aus 12,28 Cent je Zigarette und 19,84 Prozent des Kleinverkaufspreises zusammen. Zusätzlich ist eine gesetzliche Mindeststeuer zu beachten.
Eine höhere Tabaksteuer führt allerdings nicht automatisch bei jeder Marke am selben Tag zu derselben Preiserhöhung. Hersteller legen den Kleinverkaufspreis ihrer Produkte fest und können unterschiedlich auf höhere Steuern und Kosten reagieren. Deshalb können sich Preisänderungen je nach Marke, Packungsgröße und Zeitpunkt unterscheiden.
Einen Überblick über die derzeitigen Verkaufspreise zahlreicher Marken finden Sie in unserem Ratgeber zu den Zigarettenpreisen 2025 und 2026.
Ab wann werden Zigaretten wieder teurer?
Besonders deutliche Preissteigerungen werden nach dem derzeitigen Stand ab 2027 erwartet. Zunächst hatte die Bundesregierung eine mehrjährige Erhöhung bis 2030 geplant. Im Juli 2026 wurde bekannt, dass die Regierungsfraktionen die vorgesehenen Steuertarife noch stärker anheben wollen.
Laut Tagesschau und ZDF beruht diese zusätzliche Verschärfung auf einer Formulierungshilfe des Bundesfinanzministeriums für die Koalitionsfraktionen. Gegenüber dem ursprünglichen Regierungsentwurf könnte eine Packung dadurch noch einmal ungefähr 40 Cent teurer werden als zuvor angenommen.
Solange das Gesetzgebungsverfahren nicht vollständig abgeschlossen ist, sollte deshalb zwischen drei Ebenen unterschieden werden:
- Geltendes Recht: Die bereits zum 1. Januar 2026 in Kraft getretenen Steuertarife gelten verbindlich.
- Regierungsentwurf: Das Bundeskabinett hat eine weitere Erhöhung der Tabaksteuer grundsätzlich auf den Weg gebracht.
- Zusätzlicher Änderungswunsch: Die Koalitionsfraktionen wollen die im Regierungsentwurf vorgesehenen Tarife laut Medienberichten noch einmal erhöhen.
Die Preisangaben für 2027 bis 2030 beschreiben somit die derzeit erwartete Entwicklung – nicht bereits verbindliche Preise für jede einzelne Zigarettenmarke.
Wie teuer könnten Zigaretten bis 2030 werden?
Tagesschau und ZDF nennen auf Grundlage der aktuellen Steuerpläne folgende mögliche Entwicklung für den durchschnittlichen Preis einer Packung mit 20 Zigaretten:
| Jahr | Möglicher Durchschnittspreis für 20 Zigaretten |
|---|---|
| 2026 | rund 8,00 Euro von Tagesschau und ZDF genannter ungefährer Ausgangswert |
| 2027 | rund 9,10 Euro |
| 2028 | rund 9,91 Euro |
| 2029 | rund 10,81 Euro |
| 2030 | rund 11,78 Euro |
Die tatsächlichen Preise können je nach Marke, Packungsgröße und Preisentscheidung des Herstellers abweichen. Zigaretten werden zudem mit unterschiedlichen Stückzahlen angeboten. Der Gesamtpreis einer Packung kann daher deutlich von dem für 20 Zigaretten berechneten Durchschnitt abweichen.
Ausgehend von dem in der Berichterstattung genannten ungefähren Wert von 8 Euro entspräche ein Preis von 11,78 Euro im Jahr 2030 einem rechnerischen Anstieg von rund 47 Prozent. Wie viel davon tatsächlich auf die höhere Tabaksteuer und wie viel auf weitere Preisentscheidungen der Hersteller entfällt, lässt sich erst anhand der später festgelegten Kleinverkaufspreise beurteilen.
Warum sind Zigaretten so teuer?
Der Preis einer Zigarettenpackung besteht nicht nur aus den Kosten für Tabak, Filter, Papier und Verpackung. Einen erheblichen Anteil machen Steuern aus. Hinzu kommen Produktions-, Energie-, Logistik- und Vertriebskosten sowie die wirtschaftliche Kalkulation des Herstellers.
Tabaksteuer
Die Tabaksteuer ist eine Verbrauchsteuer des Bundes. Bei Zigaretten enthält sie sowohl einen mengenbezogenen als auch einen preisbezogenen Anteil.
Die Steuer wird somit anhand der Zahl der Zigaretten und des festgelegten Kleinverkaufspreises berechnet. Zusätzlich schreibt das Gesetz eine Mindeststeuer vor.
Umsatzsteuer
Neben der Tabaksteuer ist im Verkaufspreis die reguläre Umsatzsteuer enthalten. Auch auf den in der Packung enthaltenen Tabaksteueranteil fällt Umsatzsteuer an.
Kleinverkaufspreis des Herstellers
Hersteller oder Einführer bestimmen den Kleinverkaufspreis. Dieser wird auf dem Steuerzeichen angegeben und ist für den Verkauf der betreffenden Packung maßgeblich.
Eine Steuererhöhung kann in die Preisgestaltung einfließen. Hersteller können gleichzeitig weitere Kostensteigerungen oder Änderungen ihrer Kalkulation berücksichtigen.
Gesundheits- und Finanzpolitik
Höhere Tabaksteuern verfolgen zwei politische Ziele: Sie sollen zusätzliche Einnahmen für den Bundeshaushalt erzielen und über höhere Preise den Tabakkonsum reduzieren.
Die Bundesregierung begründet die neue Erhöhung sowohl mit der Konsolidierung des Haushalts als auch mit dem Schutz der öffentlichen Gesundheit.
Warum soll die Tabaksteuer stärker steigen?
Der Bund muss nach Angaben des Bundesfinanzministeriums erhebliche Lücken im Haushalt schließen. Die Erhöhung der Tabaksteuer ist eine von mehreren Maßnahmen, mit denen die Einnahmeseite des Bundes gestärkt werden soll.
Die über den ursprünglichen Regierungsentwurf hinausgehende Anhebung könnte nach den veröffentlichten Berechnungen 2027 ungefähr 756 bis 800 Millionen Euro zusätzliche Einnahmen bringen. In den folgenden Jahren sollen diese Mehreinnahmen weiter steigen. Für 2030 wird in der Berichterstattung mit bis zu 4,4 Milliarden Euro zusätzlichen Einnahmen und einem gesamten Tabaksteueraufkommen von rund 21 Milliarden Euro gerechnet.
Ein Teil der politischen Debatte dreht sich darum, ob die zusätzlichen Mittel gezielt dem Gesundheitswesen und der Prävention zugutekommen sollten. Vertreter der Opposition und des Gesundheitswesens kritisieren, dass nicht eindeutig geregelt sei, wofür die zusätzlichen Einnahmen verwendet werden.
Senken höhere Preise tatsächlich den Tabakkonsum?
Aus wissenschaftlicher Sicht gehören Tabaksteuer- und Preiserhöhungen zu den wirksamsten Instrumenten der Tabakprävention. Ausschlaggebend ist die sogenannte Preiselastizität: Wird ein Produkt teurer, sinkt in der Regel die nachgefragte Menge.
Das Deutsche Krebsforschungszentrum verweist auf Untersuchungen, nach denen eine Preissteigerung von zehn Prozent den Zigarettenkonsum von Erwachsenen in Industrieländern durchschnittlich um etwa fünf Prozent reduzieren kann. Jugendliche reagieren noch stärker auf höhere Preise. Bei ihnen kann der Rückgang demnach bis zu 13 Prozent betragen.
Auch internationale Auswertungen kommen zu einem vergleichbaren Ergebnis. Eine umfangreiche Untersuchung der Weltgesundheitsorganisation und des US-amerikanischen National Cancer Institute geht für Länder mit hohem Einkommen davon aus, dass eine Preissteigerung von zehn Prozent den Tabakkonsum durchschnittlich um ungefähr vier Prozent senkt.
Die Wirkung verteilt sich dabei nicht ausschließlich auf eine geringere Zahl gerauchter Zigaretten. Höhere Preise können auch dazu beitragen, dass Menschen:
- gar nicht erst mit dem Rauchen beginnen,
- ihren täglichen Konsum reduzieren,
- einen Rauchstopp versuchen oder
- nach einem Rauchstopp nicht erneut anfangen.
Besonders stark reagieren Jugendliche und Menschen mit geringerem Einkommen auf Preisveränderungen. Gleichzeitig bedeutet dies, dass steigende Preise verbleibende Raucherinnen und Raucher mit niedrigerem Einkommen finanziell überdurchschnittlich belasten können. Aus gesundheitspolitischer Sicht wird deshalb häufig gefordert, Steuererhöhungen mit gut zugänglichen Angeboten zur Rauchentwöhnung zu verbinden.
Wie hat sich der Zigarettenkonsum in Deutschland entwickelt?
Die Zahl der in Deutschland versteuerten Zigaretten ist langfristig deutlich gesunken. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden 1991 noch 146,5 Milliarden Zigaretten versteuert. Im Jahr 2025 waren es 66,4 Milliarden Stück.
Der versteuerte Zigarettenabsatz hat sich damit seit 1991 mehr als halbiert. Der rechnerische Pro-Kopf-Verbrauch entwickelte sich folgendermaßen:
| Jahr | Versteuerte Zigaretten pro Kopf |
|---|---|
| 1991 | 1.831 Zigaretten |
| 2025 | 795 Zigaretten |
Die langfristige Entwicklung verläuft allerdings nicht gleichmäßig. Im Jahr 2025 wurden 0,2 Prozent mehr Zigaretten versteuert als 2024. Eine kurzfristige Zunahme ändert daher nichts an dem deutlichen Rückgang im langfristigen Vergleich.
Wird auch Drehtabak teurer?
Nach den aktuellen Plänen sollen nicht nur industriell hergestellte Zigaretten, sondern auch Feinschnitt beziehungsweise Drehtabak stärker besteuert werden. Dies wird sowohl von Tagesschau als auch ZDF ausdrücklich erwähnt.
Feinschnitt ist Rauchtabak, der aufgrund seiner Beschaffenheit zum Drehen von Zigaretten geeignet oder dafür vorgesehen ist. Die Steuer wird anders als bei fertigen Zigaretten berechnet. Sie enthält einen mengenbezogenen Betrag je Kilogramm und einen prozentualen Anteil am Kleinverkaufspreis. Zusätzlich gilt eine Mindeststeuer.
Wie stark ein bestimmter Beutel oder eine Dose tatsächlich teurer wird, lässt sich aus den Prognosen für eine 20er-Zigarettenpackung nicht ableiten. Entscheidend sind:
- das Gewicht der Packung,
- die konkrete Ausgestaltung des endgültigen Steuertarifs und
- der vom Hersteller festgelegte Kleinverkaufspreis.
Im Jahr 2025 wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 24.864 Tonnen Feinschnitt versteuert. Das waren 1,2 Prozent weniger als im Vorjahr.
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Werden auch Zigarren, Zigarillos und Pfeifentabak teurer?
Nach der Tagesschau-Berichterstattung soll die geplante Reform neben Zigaretten und Feinschnitt auch Zigarren, Zigarillos und Pfeifentabak erfassen.
Wie hoch die zusätzlichen Steuertarife für diese Produktgruppen ausfallen und welche Auswirkungen sie auf konkrete Verkaufspreise haben, muss anhand des endgültigen Gesetzestextes beurteilt werden.
Die für Zigaretten genannten Durchschnittspreise dürfen nicht auf andere Tabakwaren übertragen werden. Die Besteuerung unterscheidet sich je nach Produktgruppe:
- Zigaretten werden unter anderem nach Stückzahl und Kleinverkaufspreis besteuert.
- Bei Zigarren und Zigarillos werden ebenfalls Stückzahl und Kleinverkaufspreis berücksichtigt.
- Bei Feinschnitt und Pfeifentabak spielen das Gewicht und der Kleinverkaufspreis eine Rolle.
Aus der möglichen Verteuerung einer 20er-Zigarettenpackung kann daher nicht berechnet werden, um welchen Betrag eine Zigarre oder eine Packung Pfeifentabak teurer wird.
Werden E-Zigaretten und Liquids ebenfalls teurer?
Flüssigkeiten/Liquids, die zum Konsum in E-Zigaretten bestimmt sind, unterliegen in Deutschland bereits der Tabaksteuer. Steuerrechtlich werden sie als Substitute für Tabakwaren behandelt. Die Steuerpflicht besteht unabhängig davon, ob die Flüssigkeit Nikotin enthält.
Seit dem 1. Januar 2026 beträgt der geltende Steuertarif 0,32 Euro je Milliliter. Daraus ergeben sich beispielsweise folgende Steuerbeträge:
| Flüssigkeitsmenge | Tabaksteuer |
|---|---|
| 2 ml | 0,64 € |
| 10 ml | 3,20 € |
| 100 ml | 32,00 € |
Die allgemeine Berichterstattung über die geplante Reform nennt teilweise auch E-Zigaretten. Aus den bisher geprüften Quellen lässt sich jedoch noch nicht belastbar ableiten, in welcher Höhe sich der Steuertarif für Flüssigkeiten zusätzlich verändern würde.
Ob und wie stark Liquids, vorgefüllte Pods oder Einweg-E-Zigaretten durch die neue Reform zusätzlich teurer werden, kann daher erst nach Veröffentlichung und Verabschiedung der endgültigen gesetzlichen Tarife sicher beurteilt werden.
Die für Zigaretten prognostizierten Preise von 9,10 bis 11,78 Euro dürfen nicht auf Vape-Produkte übertragen werden.
Fördern höhere Preise den illegalen Handel?
Vertreter der Tabakbranche warnen davor, dass starke Preissteigerungen den Anreiz erhöhen könnten, Zigaretten auf dem Schwarzmarkt oder im Ausland zu beschaffen. Die Branche bezweifelt deshalb teilweise auch die erwarteten zusätzlichen Steuereinnahmen.
Das Ausmaß dieses Effekts ist umstritten. Die Weltgesundheitsorganisation und das Deutsche Krebsforschungszentrum weisen darauf hin, dass höhere Tabaksteuern nicht zwangsläufig zu einem entsprechenden Anstieg des illegalen Handels führen. Einen wichtigen Einfluss haben unter anderem:
- die Kontrolle der Lieferketten,
- die Rückverfolgbarkeit von Tabakprodukten,
- Zoll- und Grenzkontrollen,
- die Verfolgung organisierter Kriminalität und
- die Verfügbarkeit illegaler Vertriebswege.
Die Weltgesundheitsorganisation kommt zu dem Ergebnis, dass Staaten den illegalen Handel auch bei steigenden Steuern und Preisen wirksam bekämpfen können. Steuererhöhungen können demnach zugleich den Konsum senken und die Staatseinnahmen steigern, wenn sie von geeigneten Kontrollmaßnahmen begleitet werden.
Verbraucher sollten ausschließlich Produkte aus legalen und nachvollziehbaren Vertriebswegen kaufen. Fehlende deutsche Steuerzeichen, ungewöhnlich niedrige Preise oder Verkäufe außerhalb regulärer Handelswege können auf unversteuerte oder gefälschte Produkte hinweisen.
Lohnt es sich, Zigaretten vor der Steuererhöhung auf Vorrat zu kaufen?
Bei bereits mit einem Steuerzeichen versehenen Packungen ist grundsätzlich der darauf angegebene Packungspreis maßgeblich. Packungen aus einer bisherigen Preislage können deshalb zeitweise noch verfügbar sein, während Hersteller neue Packungen bereits mit einem veränderten Preis in Verkehr bringen.
Daraus lässt sich jedoch keine allgemeine Spargarantie ableiten:
- Die endgültigen zukünftigen Steuertarife sind noch nicht verabschiedet.
- Hersteller können ihre Preise zu unterschiedlichen Zeitpunkten anpassen.
- Nicht jede Marke und Packungsgröße wird um denselben Betrag teurer.
- Packungen aus einer bisherigen Preislage können nur verkauft werden, solange entsprechende Bestände vorhanden sind.
- Auch beim Kauf einer Stange gilt die jeweilige Preislage der enthaltenen Packungen.
- Die genannten Zukunftspreise sind Durchschnittsprognosen und keine garantierten Preise einzelner Marken.
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Sind Zigaretten online günstiger als im stationären Handel?
Dieselbe mit einem deutschen Steuerzeichen versehene Zigarettenpackung kann online nicht einfach rabattiert angeboten werden. Der auf dem Steuerzeichen angegebene Packungspreis darf beim Verkauf an Verbraucher grundsätzlich nicht unterschritten werden. Auch umsatzabhängige Rückvergütungen und vergleichbare Rabatte sind gesetzlich eingeschränkt.
Preisunterschiede ergeben sich daher vor allem durch:
- verschiedene Marken,
- unterschiedliche Produktlinien,
- verschiedene Packungsgrößen,
- abweichende Stückzahlen und
- alte beziehungsweise neue Preislagen.
Der Vorteil einer Onlinebestellung liegt somit nicht in einem Rabatt auf dieselbe Packung, sondern insbesondere darin, verfügbare Marken, Varianten, Packungsgrößen und Stangen übersichtlich miteinander vergleichen zu können.
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Sind die neuen Preise schon beschlossen?
Nein. Die zum 1. Januar 2026 in Kraft getretene Erhöhung ist geltendes Recht. Die darüber hinausgehenden Erhöhungen für die kommenden Jahre befinden sich dagegen noch im politischen beziehungsweise gesetzgeberischen Verfahren.
Die Bundesregierung hat die weitere Erhöhung der Tabaksteuer grundsätzlich in ihre Haushaltsplanung aufgenommen. Die konkreten Durchschnittspreise von 9,10 Euro für 2027 bis 11,78 Euro für 2030 stammen jedoch aus Berechnungen, über die Medien auf Grundlage der aktuellen Entwürfe berichten.
Bis zur endgültigen Verabschiedung können sich noch ändern:
- die einzelnen Steuertarife,
- der zeitliche Beginn,
- die Zahl der Erhöhungsstufen,
- die Behandlung einzelner Produktgruppen und
- die erwarteten Auswirkungen auf die Verkaufspreise.
Auch nach einer gesetzlichen Festlegung bestimmt der neue Steuertarif nicht automatisch einen einheitlichen Packungspreis für alle Marken. Die tatsächlichen Kleinverkaufspreise werden von den Herstellern beziehungsweise Einführern festgelegt.
Fazit: Zigaretten könnten bis 2030 deutlich teurer werden
Die Tabaksteuer auf Zigaretten wurde bereits zum 1. Januar 2026 erhöht. Für die Jahre ab 2027 plant die Bundesregierung weitere Anhebungen. Nach übereinstimmenden Medienberichten wollen die Koalitionsfraktionen die im Regierungsentwurf vorgesehenen Steuertarife zusätzlich verschärfen.
Auf Grundlage dieser Pläne könnte der rechnerische Durchschnittspreis einer Packung mit 20 Zigaretten:
- 2027 rund 9,10 Euro,
- 2028 rund 9,91 Euro,
- 2029 rund 10,81 Euro und
- 2030 rund 11,78 Euro betragen.
Diese Werte sind noch nicht verbindlich. Sie beruhen auf dem derzeit bekannten Planungsstand und können sich im Gesetzgebungsverfahren verändern. Auch die späteren Herstellerpreise und die unterschiedlichen Packungsgrößen beeinflussen, wie viel eine bestimmte Zigarettenpackung tatsächlich kostet.
Gesichert ist bislang: Die Bundesregierung will die Tabaksteuer weiter erhöhen. Die Maßnahme soll zusätzliche Einnahmen erzielen und gleichzeitig den Tabakkonsum reduzieren. Wie die endgültigen Tarife für Zigaretten, Feinschnitt und weitere Produktgruppen aussehen, muss nach Abschluss des parlamentarischen Verfahrens erneut geprüft werden.
Quellen
Stand der Recherche: 22. Juli 2026. Die für 2027 bis 2030 genannten Preise geben den zu diesem Zeitpunkt bekannten Planungsstand wieder.
- Bundesministerium der Finanzen: Bundeshaushalt 2027
Offizielle Bestätigung, dass die Bundesregierung eine Erhöhung der Tabaksteuer vorsieht. - Deutscher Bundestag: Antwort der Bundesregierung zur Erhöhung der Tabaksteuer
Angaben zur geplanten Anpassung und zur bisherigen stufenweisen Erhöhung der Regel- und Mindeststeuersätze. - Zoll: Höhe der Tabaksteuer
Geltende Steuertarife für Zigaretten, Feinschnitt, Zigarren, Zigarillos, Pfeifentabak und Substitute für Tabakwaren. - Gesetze im Internet: Tabaksteuergesetz
Gesetzliche Grundlagen zu Steuergegenständen, Kleinverkaufspreis, Mindeststeuer sowie zur Abgabe unter oder über dem angegebenen Preis. - Tagesschau: Warum das Rauchen teurer werden soll
Preisprognosen bis 2030, erwartete Steuereinnahmen sowie Reaktionen aus Politik, Wissenschaft und Tabakbranche. - ZDFheute: Zigaretten sollen noch teurer werden
Angaben zum möglichen Preis für 2027 und 2030 sowie zur zusätzlichen Anhebung gegenüber dem vorherigen Regierungsentwurf. - Statistisches Bundesamt: 0,2 Prozent mehr versteuerte Zigaretten im Jahr 2025
Daten zum Absatz von Zigaretten, Feinschnitt, Zigarren und Zigarillos sowie zur langfristigen Entwicklung seit 1991. - Deutsches Krebsforschungszentrum: Tabaksteuererhöhungen und Präventionsabgabe
Wissenschaftliche Einordnung der Wirkung von Preiserhöhungen auf Erwachsene und Jugendliche. - DKFZ: Preiserhöhungen für Tabakerzeugnisse und E-Zigaretten
Einordnung der Auswirkungen höherer Preise auf Konsum, Steuereinnahmen und illegalen Handel. - WHO und National Cancer Institute: The Economics of Tobacco and Tobacco Control
Internationale Forschung zur Preiselastizität und zur Wirkung von Tabaksteuern. - Weltgesundheitsorganisation: Tobacco and nicotine
Internationale Einordnung des illegalen Tabakhandels und der Möglichkeiten seiner Bekämpfung.
Häufige Fragen zur geplanten Preiserhöhung
Nach den aktuellen politischen Plänen werden ab 2027 weitere deutliche Steuererhöhungen erwartet. Die Steuertarife sollen anschließend bis 2030 schrittweise steigen. Das Gesetzgebungsverfahren ist allerdings noch nicht abgeschlossen.
Nach den derzeit veröffentlichten Berechnungen könnte eine Packung mit 20 Zigaretten 2027 durchschnittlich rund 9,10 Euro kosten. Dabei handelt es sich um eine Prognose und nicht um einen einheitlichen Preis für alle Marken.
Für 2030 wird derzeit ein möglicher Durchschnittspreis von rund 11,78 Euro je 20er-Packung genannt. Dieser Betrag ist noch nicht verbindlich.
Eine pauschale Erhöhung um zwei Euro für jede Packung ist nicht beschlossen. Über mehrere Jahre hinweg könnte die Preissteigerung gegenüber heutigen Preislagen jedoch mehr als zwei Euro betragen. Die tatsächliche Veränderung hängt von der Marke, der Packungsgröße und dem Ausgangspreis ab.
Im Verkaufspreis sind unter anderem Tabaksteuer und Umsatzsteuer enthalten. Hinzu kommen Produktions-, Verpackungs-, Energie-, Transport- und Vertriebskosten sowie die Kalkulation des Herstellers.
Dieselbe steuergezeichnete Packung darf grundsätzlich nicht unter dem auf dem Steuerzeichen angegebenen Preis verkauft werden. Online lassen sich jedoch unterschiedliche Marken, Stückzahlen, Packungsgrößen und Stangen übersichtlich vergleichen.
Volljährige Personen können derzeit verfügbare Zigaretten auch als Stange bestellen. Ob dadurch gegenüber zukünftigen Preisen eine Ersparnis entsteht, ist nicht garantiert, da die neuen Tarife und die späteren Herstellerpreise noch nicht endgültig feststehen.